EU-Studie zeigt mangelnden Schutz von Kindern in sozialen Netzwerken

EU-Studie zeigt mangelnden Schutz von Kindern in sozialen Netzwerken

27. Juni 2011 um 10:19 | Ratgeber für Familien

Kinder sind in sozialen Netzwerken im Internet häufig nur mangelhaft geschützt – dies ist das Ergebnis einer EU-Studie, über die auch die AFP berichtet hat. Die EU-Kommission ist Auftraggeber der Studie und hat 14 soziale Netzwerke untersuchen lassen, darunter auch das in Deutschland und weltweit meistgenutzte Netzwerk Facebook sowie das deutsche SchülerVZ. Diese Studie hat uns von Ruflotse aus natürlich interessiert. Daher haben wir die Ergebnisse näher betrachtet und hier für unsere Leser zusammengefasst: Demnach verwehren unter den geprüften Seiten nur MySpace und Bebo unbekannten Nutzern standardmäßig den Zugang auf die Profile Minderjähriger – Netlog und SchülerVZ gewährleisten wenigstens, dass keine Kontaktaufnahme durch Unbekannte möglich ist.

Die Studie wertet den Zugang zu den Profilen und die Möglichkeit der Kontaktaufnahme als Risiken – Stichwort „Grooming”: Dabei freunden sich Erwachsene mit Kindern an, um sie daraufhin sexuell zu missbrauchen. Cyber-Bullying beschreibt ein weiteres Negativ-Phänomen des Social Webs: Hierbei schikanieren Internetnutzer andere Nutzer und greifen hierzu unter anderem auf die im Web veröffentlichten Daten zurück. Um den sozialen Netzwerken Druck zu machen, möchte die EU ihnen nun eine freiwillige Selbstverpflichtung ans Herz legen – in der Hoffnung, dass alle Unternehmen es Bebo und MySpace gleichtun und Erwachsenen den Zugriff auf Profilseiten von Kindern komplett verwehren. Das wäre ein wichtiger Schritt, denn der Kommission zufolge sind derzeit 77 Prozent der 13- bis 16-jährigen Internetnutzer in der EU in sozialen Netzwerken aktiv. Auf dem besten Weg in deren Fußstapfen zu treten sind die Neun- bis Zwölfjährigen: Unter ihnen sind bereits 38 Prozent soziale Netzwerker im Internet.

Positiv stellte die EU-Studie fest, dass 13 der 14 getesteten Netzwerke – alle außer Arto – spezielle Sicherheitsinformationen und Anleitungen für Minderjährige anbietet. Wir haben von Ruflotse aus Tipps für Eltern zusammengestellt, wie sie ihre Kinder beim Umgang mit sozialen Netzwerken schützen können:

1. Mit den Kindern über die Nutzung sozialer Netzwerke sprechen, Interesse zeigen und ihnen am besten dabei über die Schultern schauen.

2. Den Nachwuchs erklären, dass er bei der Kontaktaufnahme durch Fremde nicht reagieren, Freundschaftsanfragen fremder Personen ablehnen und die Eltern sofort informieren soll.

3. Dafür sorgen, dass Söhne und Töchter ihre Privatsphäre-Einstellungen so ausgerichtet haben, dass Freunde außerhalb des eigenen Freunde-Netzwerks das Profil und darin enthaltene Fotos und Informationen nicht sehen können.

4. Erklären, dass alle Informationen und Fotos, die sie posten, Folgen haben können. Kinder und Jugendliche müssen lernen, mit persönlichen Inhalten und Daten – auch von Freunden – bewusst und sensibel umzugehen.

5. Häufig fällt es dem Nachwuchs schwer, selbst einzuschätzen, welche Kommentare und Fotos kritisch für die Privatsphäre und eigene Reputation werden könnten. Um regelmäßig den Überblick zu behalten über kritische Inhalte und Bildmaterial, das den Nachwuchs zeigt, ist es ratsam, die Profile der Kinder regelmäßig zu beobachten. Bei Facebook ist dies mit dem Facebook-Sicherheitspaket von Ruflotse möglich. Eltern behalten damit die Kontrolle über die Aktivitäten des Kindes und dessen Freundeskreis bei Facebook und können frühzeitig zur Hilfe schreiten, wenn nötig.

Kinder und Teenager wachsen in einer digital vernetzten Welt auf, wie sie Generationen, die vor 1985 zur Welt kamen, erst als Erwachsene kennengelernt haben. Der Nachwuchs ist daher potenziellen Gefahren ausgesetzt, die die heutigen Erziehungsberechtigten in ihrer Jugend persönlich nie kennenlernen mussten. Für Eltern ist es daher wichtig, sich gemeinsam mit den Kindern mit sozialen Netzwerken auseinanderzusetzen und Geduld zu zeigen, wenn einige der Gefahren zunächst unverstanden bleiben. Das Erlernen von Medienkompetenz braucht seine Zeit – daher sollte eine kontinuierliche Besprechung und Beobachtung des Themas in der Familie eine hohe Priorität einnehmen.

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