Jeder dritte Schüler wurde bereits Opfer von Cybermobbing

Jeder dritte Schüler wurde bereits Opfer von Cybermobbing

17. Juni 2011 um 10:35 | Ratgeber für Familien

Viele Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren wurden schon einmal im Internet gemobbt: Mehr als jeder dritte Jugendliche wurde bereits Opfer einer Cybermobbing-Attacke. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) in Nordrhein-Westfalen. Mitschüler und andere Jugendliche gehen dabei auf unterschiedliche Art und Weise vor: Jeder fünfte Betroffene wurde im Internet oder per Handy bedroht oder beleidigt. Jeder Sechste machte die Erfahrung, verleumdet zu werden und bei elf Prozent wurde die Internetidentität missbraucht.

Laut der Pressemeldung der TK wirkt sich Cybermobbing auf die Gesundheit der Jugendlichen aus: Neben Wut, Verzweiflung und Hilflosigkeit berichten 17 Prozent der Jugendlichen von Schlafstörungen, zehn Prozent von Kopfschmerzen und acht Prozent haben die Erfahrung gemacht, dass sich durch Cybermobbing Bauchschmerzen bekamen.

Die Psychologin Dr. Stephanie Pieschl vom Institut für Psychologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster hat die Umfrage-Ergebnisse kommentiert: „Cybermobbing ist kein Randphänomen, sondern weitverbreitete Realität.” Um Eltern und Kindern bei dem Thema zu helfen, hat die TK in ihrem Portal www.gewalt-gegen-kinder.de „Cybermobbing” als neuen Themenbereich eingeführt. Dr. Pieschl gibt Eltern und Schülern zudem Tipps zum Umgang mit Cybermobbing-Sitatuationen:

1. die Beweise (SMS, Bilder) sichern
2. sich Hilfe von Eltern oder Lehrern holen
3. nie zurückmobben
4. mit dem Anbieter der Plattform in Kontakt treten


Über diese Ratschläge hinaus empfehlen wir von Ruflotse Eltern auch vorbeugende Maßnahmen, um ihre Kinder zu schützen:

1. Kinder und Jugendliche über die Nutzung des Internets und sozialer Netzwerke aufklären. Je weniger Informationen und Fotos sie dort veröffentlichen, desto weniger sind sie von anderen angreifbar.

2. die Namen der Söhne und Töchter im Internet regelmäßig beobachten, um frühzeitig zu erkennen, wenn eine Cybermobbing-Gefahr besteht.

3. Kindern und Jugendlichen bei der Nutzung sozialer Netzwerke über die Schulter sehen, sich für ihre Aktivitäten im Internet interessieren und mit ihnen darüber sprechen. Über den Facebook-Jugendschutzfilter und die Facebook-Gesichtserkennung von Ruflotse lassen sich zudem kritische Inhalte auf den Profilen der Jugendlichen sofort erkennen und Fotos, auf denen die Kinder erscheinen, identifizieren.

4. den Nachwuchs bitten, die Eltern zu informieren, wenn sie sich von Mitschülern, anderen Jugendlichen oder Erwachsenen belästigt fühlen.

5. die Kinder darüber aufklären, dass auch vermeintlich witzig gemeinte Hänseleien anderer Mitschüler die Betroffenen verletzen können – mehr als diese es eventuell zugeben würden.

Mobbing unter Schülern hat es immer schon gegeben – bereits im Klassenzimmer konnte dies tiefe seelische Wunden bei den Kindern und Jugendlichen hervorrufen. Über das Internet können sich solche Informationen noch schneller, weiter und nachhaltiger verbreiten. Wie die Studie der TK einmal mehr bestätigt, kann dies auch gesundheitliche Folgen haben. Neben der Anerziehung sozialer Kompetenzen ist eine Schulung der Medienkompetenz der Kinder heute unerlässlich.

Fotos: Techniker Krankenkasse

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