Neue Schulklasse – neue Freunde auf Facebook, StudiVZ & Co.?

Neue Schulklasse – neue Freunde auf Facebook, StudiVZ & Co.?

22. August 2011 um 10:53 | Ratgeber für Familien

In einigen Bundesländern sind die Sommerferien schon zu Ende, in anderen sind die Schultaschen zumindest gepackt – in den nächsten Wochen beginnt auch dort das neue Schuljahr. Damit treten für Schüler häufig wichtige Änderungen ein. Mit dem ersten Schultag, einer neuen Klasse, einer neuen Schule und neuen Klassenkameraden stellen sich auch andere Gewohnheiten ein. So kommen neue Hobbys in Mode – und somit beispielsweise auch Aktivitäten in sozialen Netzwerken wie SchülerVZ, Facebook & Co. 43 Prozent der Kinder zwischen sechs und 13 Jahren nutzen laut der KIM (Kinder und Medien)-Studie bereits regelmäßig Communities. Soziale Netzwerke können Risiken bergen, bieten aber auch Chancen für Kinder, wie die soziale Interaktion mit Freunden im Netz, Wissensaustausch und ein frühes Erlernen des Umgangs mit sozialen Medien. Wir haben sechs Tipps zusammengestellt, wie Eltern ihre Kinder bei der Nutzung sozialer Netzwerke begleiten sollten, um potenzielle Risiken zu minimieren:

1. Offener Umgang: Ein Verbot macht Dinge immer noch spannender für Kinder – würde daher also keinen Sinn machen, sondern eher dazu führen, dass der Nachwuchs versucht, soziale Netzwerke ohne Wissen der Eltern zu nutzen. Damit verlieren Eltern die Kontrolle jedoch komplett. Erziehungsberechtigte sollten sich daher mit den Kindern auf eine eingeschränkte Zeitspanne einigen, in der es ihnen erlaubt ist, sich im Internet und in sozialen Netzwerken aufzuhalten. Wichtig ist dabei, dass die Kinder neben der Online-Zeit einen ausgewogenen Alltag haben, in dem sie viel Zeit an der frischen Luft und mit der Familie verbringen.

2. Dialog: Eltern sollten mit ihren Kindern über die Nutzung sozialer Netzwerke sprechen, Interesse zeigen und ihnen dabei über die Schultern schauen. So lernen sie unmittelbar die Art und Weise kennen, wie ihr Kind mit Kontakten umgeht und welche Informationen sie und ihr Freundes-Netzwerk miteinander teilen. Dabei sollten Eltern auch erklären, dass alle Informationen und Fotos, die sie posten, Folgen haben können. Kinder und Jugendliche müssen lernen, mit persönlichen Inhalten und Daten – auch von Freunden – bewusst und sensibel umzugehen.

3. Überblick: Trotz Aufklärung kann es dem Nachwuchs schwer fallen, selbst einzuschätzen, welche Kommentare und Fotos kritisch für die Privatsphäre und eigene Reputation sein könnten. Um dennoch den Überblick zu behalten über kritische Inhalte und Bildmaterial, das den Nachwuchs zeigt, ist es ratsam, die Profile der Kinder regelmäßig zu beobachten. Für Facebook können Eltern hierfür das Facebook-Sicherheitspaket von Ruflotse einsetzen. Väter und Mütter behalten damit die Kontrolle über die Aktivitäten des Kindes und dessen Freundeskreis bei Facebook und können in kritischen Fällen frühzeitig helfend einschreiten.

4. Aufklärung: Erziehungsberechtigte sollten dem Nachwuchs erklären, dass er bei der Kontaktaufnahme durch Fremde nicht reagieren soll. Stattdessen sollten Kinder die Freundschaftsanfragen unbekannter Personen ablehnen und die Eltern darüber sofort informieren.

5. Privatsphäre: Eltern sollten ihren Kindern helfen, die Privatsphäre-Einstellungen so einzurichten, dass nur die eigenen Freunde Informationen, Kommentare und Fotos sehen können. Fremden sollte das Profil im sozialen Netzwerk nichts verraten. Um die Privatsphäre zu fördern, sollte auf Facebook beispielsweise auch die Gesichtserkennung abgestellt werden. Bei der Gesichtserkennung werden Freunde automatisch aufgefordert, Fotos, die andere Mitglieder zeigen, mit deren Namen zu markieren. Zudem sollten Eltern ihren Kindern auch klar machen, welche Fotos veröffentlicht werden können und welche nicht – peinliche Fotos sollten beispielsweise ein absolutes No-Go sein.

6. Vorbildsfunktion: Eltern sollten ihren Kindern als gutes Beispiel voran gehen. Wer selbst eifrig Fotos der Kinder und zur eigenen Person online veröffentlicht, wird es schwer haben, das Kind davon zu überzeugen, sich hierbei zurückzuhalten. Eltern sollten sich daher mit eigenen Fotos vorsichtig zeigen und von Veröffentlichungen von Kinderbildern im Idealfall absehen. Es gibt auch Eltern, die etwa Fotos von der Einschulung auf Facebook oder anderen Netzwerken einstellen – teilweise auch Bilder, auf denen andere Kinder zu sehen sind. Das kann die Eltern der Schulfreunde verärgern und die Privatsphäre anderer Kinder gefährden.

Soziale Netzwerke haben längst Einzug in das Leben der Kinder gehalten. Sie gehören bei vielen einfach dazu. Es ist daher wichtig, dass sich auch die Eltern intensiv mit dem Medium auseinandersetzen. Denn nur so werden sie ihrem Nachwuchs Medienkompetenz beibringen können, mit dem Ziel, einen gesunden und verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken zu schaffen. Früher standen Eltern vor der Herausforderung, ihren Kindern einen gemäßigten Fernsehkonsum beizubringen. Das Gleiche gilt heute für die Nutzung des Internets und sozialer Netzwerke. Dialog, Aufklärung und Regeln sind hier – genauso wie in anderen Bereichen des Familienlebens – essenzielle Bestandteile der Erziehung. So bieten Internet und soziale Netzwerke für die Generation der Digital Natives große Chancen und Risiken werden minimiert.

Foto: Michael Berger / pixelio.de

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