Google „Me on the Web”: Ein starkes Zeichen für den Markt des Online-Reputationsmanagements

Google „Me on the Web”: Ein starkes Zeichen für den Markt des Online-Reputationsmanagements

22. Juni 2011 um 15:54 | Nachrichten

von Mario Grobholz, Gründer und Geschäftsführer der myON-ID Media GmbH, dem Betreiber von Ruflotse

Vor ein paar Tagen hat Google „Me on the Web” vorgestellt, ein Tool das es Internetnutzern ermöglichen soll, den eigenen Namen im Internet zu finden. Googles selbsterklärtes Ziel ist es, Nutzern mehr Kontrolle über ihre Web-Identität zu geben. Wir freuen uns, dass Google damit den hohen Stellenwert des Online-Reputationmanagement-Marktes bestätigt und damit auch die Relevanz von Ruflotse als führender Online-Dienstleister für den Schutz der Reputation und Privatsphäre unterstreicht.

Mit „Me on the Web” bietet der Suchmaschinen-Gigant einen Google-Alert – den Google in dieser Funktionen bereits seit Jahren anbietet – mit leicht erweitertem Funktionsumfang. Dazu kommen noch Ratschläge zum Schutz der Online-Reputation und -Privatsphäre, sowie zum Löschen von Inhalten. Die Möglichkeit, die Ergebnisse übersichtlich zu verwalten oder die Webinhalte löschen zu lassen, fehlen. Eine durchgängige Dienstleistung für das Reputationsmanagement bietet Google seinen Nutzern damit also nicht. Zudem kann den Service nur nutzen, wer über einen Google-Account, beispielsweise ein Google-Mail Konto verfügt.

Wie es scheint, wollte der Suchmaschinen-Gigant „beim schwimmen nicht nass werden“. Grund könnte sein, dass Google mit den im Web verfügbaren Daten schließlich sein Geld verdient – gelöschte persönliche Informationen sind da eher kontraproduktiv. Naheliegend ist auch die Vermutung, dass Google diesen Schritt gegangen ist, um die Nutzung der „Google Profiles“ weiter zu verbreiten. Das könnte als Versuch gewertet werden, verlorenes Terrain im Social-Network-Markt gegenüber Facebook und LinkedIn gut zu machen. Denn Google empfiehlt Nutzern, ein Google Profile anzulegen, um die eigene Biographie, Kontaktdaten und weitere persönliche Informationen im Web zu positionieren und damit erwünschte Inhalte gezielt im Web verfügbar zu machen. Bei Google Profile können Google-Mail-Benutzer ein eigenes Profil anlegen. Diesen „spendiert“ Google dann eine prominente Platzierung ganz vorne in seinen Suchergebnissen. Facebook und LinkedIn müssen sich eine gute Platzierung in den Suchergebnissen „hart erarbeiten“.

„Me on the Web“ könnte als als zaghafter Versuch gewertet werden, in den Markt für Reputationsmanagement einzusteigen – die Wahrscheinlichkeit hierfür dürfte äußerst gering sein. Vielmehr scheint es, als wurde mit dem Angebot „alter Wein in neue Schläuche gegossen“, indem die Google-Alerts eine neue Verpackung erhalten. Mit dem Push für die Google Profiles könnte Google nämlich ganz andere Ziele verfolgen.

Man wird sehen, inwieweit sich Google zukünftig in unserem Markt weiter engagieren wird. Klar ist, dass Online-Reputationsmanagement ein sehr dynamischer Wachstumsmarkt ist – vergleichbar vielleicht mit dem Antivirenmarkt vor noch ein paar Jahren. Heute würde so gut wie niemand mehr ohne Antiviren- und Phishingschutz im Internet surfen. Eine ähnliche Entwicklung wird es im Online-Reputationsmanagement-Markt geben: Denn wir schützen zwei Bereiche, die noch verletzlicher und verwundbarer sein können als der PC: Die Privatsphäre und Reputation.

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